Archiv für September 2009

Spanien verliert Opel-Jobs an Eisenach, 13.000 zittern

Mittwoch, 23. September 2009

Jetzt also doch: Spanien verliert Opel-Jobs an Deutschland, genauer gesagt an Eisenach. Wie viele, könnte sich am Montag klären. Die Spanier befürchten, dass sie mehr als 1.500 Arbeitsplätze verlieren werden. Aber rund 13.000 Menschen zittern, sie hängen indirekt von Opel ab.

Vor ersten Verhandlungen über den Stellenabbau bei Opel sickern konkretere Informationen über die Pläne des vorgesehenen neuen Besitzers Magna durch.

Von den deutschen Werken solle Bochum mit dem Abbau von 2.045 Jobs am härtesten betroffen sein, berichtete die “Welt am Sonntag” unter Berufung auf ranghohe Verhandlungskreise.

Am Montag seien in Rüsselsheim erste Gespräche über den geplanten Personalabbau angesetzt. Daran nähmen die Mitglieder des Steuerungskomitees des europäischen Betriebsrats von Opel/Vauxhall sowie die Arbeitsdirektoren und die Produktionsbereichsleiter von Magna und Opel teil, hieß es.

Am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim wolle Magna 1.817 Arbeitsplätze streichen, schrieb die Zeitung weiter. 1.100 Stellen davon entfielen auf die Verwaltung, der Rest auf die Produktion. Insgesamt sollen in Europa 10.560 Stellen wegfallen, davon 4.500 bei Opel in Deutschland.

Das Werk Eisenach bleibe von Stellenstreichungen verschont, da Produktionskapazitäten aus dem spanischen Saragossa nach Thüringen verlagert würden.

In Saragossa protestierten am Samstag mehrere tausend Menschen gegen den möglichen Stellenabbau in Spanien. Die Demonstranten forderten den Erhalt des Werkes im nahegelegenen Figueruelas und drohten mit einem Streik. Die Gewerkschaften befürchten, dass in Figueruelas rund 1.650 der insgesamt 7.500 Jobs gestrichen werden.

Die Gewerkschaften in Spanien hatten einen Verkauf von Opel an den belgischen Finanzinvestor RHJI befürwortet, weil dessen Pläne weniger Stellenstreichungen in ihrem Land vorsahen.

Nach ihren Angaben ist der spanische Opel-Standort, an dem die Modelle Corsa und Meriva montiert werden, der rentabelste und produktivste des Unternehmens in Europa.

Von dem Werk hängen indirekt weitere rund 13.000 Arbeitsplätze ab. Die spanische Regierung hatte im Streit um die Opel-Rettung Berlin scharf kritisiert und eine genaue Prüfung der deutschen Hilfen durch die EU-Kommission gefordert (SAZ, dpa).

Immer ärmere Spanier, immer weniger Scheidungen

Freitag, 18. September 2009

Lustiger Seitenaspekt der Krise: Die Zahl der Scheidungen in Spanien sinkt.

Im vergangenen Jahr habe es gut 110.000 Scheidungen gegeben, teilte das nationale Statistikinstitut in Madrid mit. Das waren 13,5 Prozent weniger als noch im Vor-Krisen-Jahr 2007.

Einleuchtender Grund: Die Spanier können sich die teure Scheidung einfach nicht mehr leisten. Oder rückt man in der Krise einfach enger zusammen und hat andere Probleme?

Die durchschnittliche Haltbarkeitsdauer der geschiedenen Ehen lag den Angaben zufolge bei 15,6 Jahren.

Spanien leidet mehr als viele andere Länder unter der weltweiten Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei fast 18 Prozent, das ist mit Abstand der höchste Wert in der Europäischen Union (SAZ, AFP).

OECD sagt 20 Prozent Arbeitslosigkeit in Spanien voraus

Freitag, 18. September 2009

Das wird bitter: Spanien wird Ende 2010 wohl rund 20 Prozent Arbeitslosigkeit haben. Das sagt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) voraus.

Demnach müssen Deutschland, Spanien und viele andere Industrienationen wegen der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit mit dramatischen Folgen für den Arbeitsmarkt rechnen.

Im zweiten Halbjahr 2010 sei in den 30 OECD-Mitgliedsländern trotz positiver Konjunktursignale mit 57 Millionen Arbeitslosen zu rechnen, heißt es einem neuen Beschäftigungsausblick.

Dies entspreche einer Erwerbslosenquote von rund zehn Prozent. Bereits im Juni lag die OECD-Arbeitslosenquote bei 8,3 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.

In Deutschland wird die Arbeitslosenquote nach OECD-Schätzung im vierten Quartal 2010 auf 11,8 Prozent steigen, die Arbeitslosenzahl auf rund 5 Millionen. Im Juni und Juli dieses Jahres lag die Quote noch bei 7,7 Prozent.

Das ist aber immer noch Gold im Vergleich zu Spanien. Dort erwarten die Experten eine Quote von 19,8 Prozent. Dahinter kommt Irland mit 15,1. In Japan werden nur 5,8 Prozent Arbeitslosigkeit erwartet. (SAZ, dpa).

Opel wird verkauft - und in Spanien haben tausende Angst

Freitag, 11. September 2009

Der vereinbarte Verkauf des Autobauers Opel an den Zulieferer Magna stößt in Spanien auf Kritik.

Die Gewerkschaften kündigten Proteste an, sollte es in dem Opel-Standort im nordostspanischen Figueruelas zu einem massiven Stellenabbau kommen.

In dem Werk nahe Saragossa gelten rund 1.650 der insgesamt 7.500 Jobs als gefährdet. Ein Sprecher der Gewerkschaft UGT kündigte nach Rundfunkberichten vom Freitag für diesen Fall “massiven Widerstand” an.

Die Gewerkschaften in Spanien hatten einen Verkauf von Opel an den belgischen Finanzinvestor RHJI befürwortet, weil dessen Pläne weniger Stellenstreichungen in ihrem Land vorsahen.

Der Vorsitzende des Betriebsrates in Figueruelas, José Juan Arcéiz, rief Magna auf, sich nach wirtschaftlichen und nicht nach politischen Gesichtspunkten zu richten. Das spanische Werk, wo die Modelle Corsa und Meriva montiert werden, sei das rentabelste und produktivste des Konzerns in Europa.

Die Zukunftspläne für Opel müssten dies berücksichtigen, forderte auch die spanische Wirtschaftsministerin Elena Salgado Elena Salgadon. Ihrer Ansicht nach sind die Arbeitsplätze in Figueruelas zumindest im Augenblick aber nicht in Gefahr (dpa).

Wie peinlich! Spanien jetzt hinter Chile und Tschechien

Mittwoch, 9. September 2009

Die Krise macht Spanien zum Verlierer: Erstmals überholte ein Land aus dem früheren Ostblock die Iberer in der Wirtschaftsleistung.

Wie das Weltwirtschafts-Forum in Davos bekannt gab, hat die Tschechische Republik Spanien überholt. Das berichtet die Zeitung “El Mundo”.

Infrastruktrur, öffentliche Kassen, Arbeitsmarkt, Behördenwege, Innovationsleistung und die Finanzmärkte - alles zusammengerechnet hat Spanien schwer nachgelassen.

Fazit: Spanien ist nur noch die Nummer 33 unter den weltweiten Wirtschaftsnationen, das ist vier Plätze schlechter als vor einem Jahr. Von allen Ländern der Europäischen Union hat Spanien damit am meisten verloren.

Die Nummer eins der Welt ist die Schweiz, gefolgt von den USA. Schweden, Dänemark, Deutschland, Finnland, Großbritannien und Frankreich sind unter den ersten 20.

In Lateinamerkia ist Chile auf Platz 30 führend - also besser als Spanien, vor Puerto Rico (42), Costa Rica (55) und Brasilien (56).

Krise geht weiter: 85.000 Spanier mehr sind arbeitslos

Mittwoch, 2. September 2009

84.985 Menschen mehr meldeten sich in spanien im August arbeitslos - das ist fast Rekord. Nur vor einem Jahr gab es im Sommer mehr neue Arbeitslose.

Insgesamt sind jetzt 3.629.080 Spanier arbeitlos, nur im April gab es zu Zeiten einer Demokratie mehr Leute ohne Brot und Lohn. Seit drei Monaten waren in Spanien die Arbeislosen weniger geworden, aber damit scheint nun Schluss.

Zwar gibt es traditionell im August mehr Arbeitslose in Spanien, weil im Urlaubsmonat viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter vertragsgemäß an die frische Luft setzen und viele Putzkräfte nicht gebraucht werden.

Fakt ist aber: Die Krise ist in Spanien noch im vollen Schwange, die Arbeitslosigkeit nahm laut einem Bericht der Zeitung “El País” in den vergangenen zwölf Monaten um sage und schreibe 43,44 Prozent zu.

Krise vorbei? Spanien verkauft wieder Autos, Talfahrt gebremst

Dienstag, 1. September 2009

Krise vorbei? Wenigstens der Automarkt erholt sich, im August wurden erstmals wieder mehr Autos verkauft als im Vorjahr.

Zwar wuchs der Markt nur um 0,8 Prozent - aber immerhin. In den 16 Monaten zuvor wurden nur Minuswerte erreicht.

58.992 Neuanmeldungen von PKW wurden in Spanien im August registriert, im August 2008 waren es nur 50.046. Gegenüber dem Jahr 2007 bedeutete das vor einem Jahr einen gigantischen Abfall von 41,3 Prozent, so die Zeitung “El Mundo”.

Zwischen Januar und August wurden 2009 in Spanien 601.142 Autos zugeassen, das sind immer noch 31,9 Peozent wenige als im gleichen Zeitraum 2008.